Bilder können dort weitermachen, wo Worte versagen. Adrian Pourviseh nahm als Übersetzer und Fotograf im Sommer 2021 an einer Seenotrettungsmission der Sea-Watch 3 im Mittelmeer teil und hielt seine Erlebnisse als illustrierte Tagebucheinträge fest. Daraus ist ein Buch in Form eines Graphic Novel entstanden, aus dem Pourviseh im Denkwerk auf Einladung der GRÜNEN im Kreis Herford las und damit das Publikum teilweise zu Tränen rührte.
Sein Buch hat ein eine spezielle visuelle Kraft, die den Leser und die Leserin mit in den Moment nimmt – als beispielsweise ein Boot mit 400 Geflüchteten zu kentern droht und immer mehr Menschen im Dunkel der Nacht ins Wasser springen und gerettet werden müssen. Untermalt von echten Fotos und Videoschnipseln wurde die unmittelbare Lebensgefahr der Menschen so spürbar, dass es auch dem Autor selbst die Tränen in die Augen trieb.
Adrian Pourviseh, geboren 1995 in Koblenz, studierte Orientwissenschaften in Marburg und Rabat (Marokko) und Entwicklungsökonomie an der Lund University in Schweden. Seit 2019 ist er immer für den Verein Seawatch e.V. im Einsatz.
Das kaum zu ertragende Leid unterbrach Pourviseh immer wieder, um Hintergründe und Fakten zu liefern. Anhand einiger Einzelschicksale schilderte er eindrucksvoll, weshalb viele Menschen kaum eine andere Wahl haben, als die lebensgefährliche Route über das Meer anzutreten. In ihrer Heimat drohen ihnen Verfolgung, Vergewaltigung oder Verstümmelung, in den Ländern im nördlichen Afrika Gefängnis oder Verschleppung in die Sahara – ein Todesurteil.
„Das Schimmern der See“ ist ein ist ein eindringlicher Zeugenbericht über die lebensgefährlichen Fluchtrouten im Mittelmeer. Das Buch ist im Avant-Verlag erschienen.
Diese Veranstaltung fand im Rahmen der „Aktionswochen gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Kreis Herford“ statt. Hier gibt es noch mehr Veranstaltungen.