Herford. In einem Ortstermin an der Straße Am Knie haben sich AnwohnerInnen, Bauverwaltung und Vertreter der Firma Autohaus Wiegers zur zukünftigen Nutzung einer bisher als Ackerland genutzten Fläche als Abstellfläche für Neuwagen der Autofirma ausgetauscht.
Die Firma Wiegers braucht nach eigenen Angaben möglichst nahe des Firmenstandortes an der Engerstraße eine Fläche zur ‚Zwischenlagerung‘ von einigen Hundert Neuwagen. Bei genauerer Betrachtung des Geländes und seiner Umgebung im Planungsgebiet ‚Papendahlskamp‘ sprechen allerdings u.a. städtebauliche und ökologische Aspekte aus Sicht des Stadtverbandes von B90/DIE GRÜNEN gegen die Umsetzung der Firmenplanungen.So liegt das Ackerstück, auf dem der Parkplatz entstehen soll, höher als das umliegende Gelände und weist ein Gefälle in Richtung Oetinghauser Weg auf.
Durch die geplante Versiegelung der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche würde bei Starkregen weniger Niederschlagswasser direkt im Boden aufgenommen. Dadurch könnte sich der Oberflächenabfluss erhöhen und die Wasserführung die nord-östlichen Anlieger und das Gebiet am Oetinghauser Weg in Mitleidenschaft ziehen.
Ein weiterer Punkt ist die Lage der Fläche innerhalb, beziehungsweise unmittelbar an einem Anwohnergebiet. Daraus ergeben sich insbesondere verkehrliche Fragen. Die schmale Zubringerstraße erscheint für regelmäßigen LKW-Verkehr problematisch. Nach Rückmeldung der Anwohner führt bereits jetzt die derzeitige (illegale) Umfahrung der Baustelle Engerstraße zu einer verkehrlichen Überlastung sowohl der Straße Am Knie als auch zu erheblichen Belastungen der Anlieger durch Verkehr und Lärm.
Robin Holz, unser Vertreter im Bau- und Umweltausschuss meint: „Darüber hinaus ist bislang nicht ausreichend geklärt, wann die Entladungen stattfinden sollen und in welchem Umfang der LKW-Verkehr tatsächlich zu erwarten ist. Im Durchschnitt sollen offenbar etwa zwei bis drei LKW pro Woche Neufahrzeuge liefern. Ein Durchschnittswert sagt jedoch wenig darüber aus, wie sich die tatsächliche Belastung verteilt.“
Die Verwaltung hat in diesem Zusammenhang zugesichert, dass nach 20 Uhr keine Entladungen mehr stattfinden sollen. Das allein beantwortet die verkehrliche Frage jedoch nicht. Auch tagsüber kann regelmäßiger LKW-Verkehr, bzw. zahlreicher PKW-Lieferverkehr dazu führen, dass die ohnehin schmale Straße überlastet wird und Wohn- und Lebensqualität der Anwohner dadurch erheblich beeinträchtigt werden.
Die Versiegelung der bisherigen landwirtschaftlich genutzten Fläche widerspricht aus Sicht der GRÜNEN darüber hinaus einer wassersensiblen, ökologischen Stadtentwicklung und dem Konzept der „Schwammstadt“ in Herford. Eine zusätzliche Flächenversiegelung im geplanten Ausmaß sollte deshalb insbesondere in diesem Außenbereich unbedingt vermieden werden.
Wirtschaftliche Interessen örtlicher Unternehmen und der Erhalt der Arbeitsplätze sind für Herford von Bedeutung – in Zeiten von Klimawandel, ausgerufenem Klimanotstand und notwendigen Maßnahmen zur Klimaresilienz wiegen in diesem Fall die Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor Ort schwerer.

Robin Holz und Michaela Barlmeyer-Hülsmann / Bauausschuss