Zehn Thesen zum Stand der Diskussion und zur weiteren Entwicklung des „OWL-Forums“

Stadt Herford. Nach der Verschiebung der Grundsatzentscheidung zum sog. OWL-Forum
nimmt die Ratsfraktion in den nachstehenden „Zehn Thesen“ zum gegenwärtigen Stand der
Diskussion Stellung:

  1. Kulturelle Inhalte und Formen ändern sich mit der Zeit. Dies ist bei einer Erneuerung in die
    Jahre gekommener Einrichtungen zu bedenken.
  2. Deshalb ist zunächst eine grundlegende kulturpolitische Diskussion zu führen – über ein
    zeitgemäßes Angebot, das nicht zuletzt auch geeignet ist, viele Menschen zu erreichen.
  3. In diesen Beratungsprozess ist die Stadtgesellschaft zielgerichtet und – mit Blick auf
    mögliche Fördermittel – terminorientiert einzubinden.
  4. Erst auf Basis eines solchen Gesprächs- und Aushandlungsprozess können Möglichkeiten und
    Chancen bestehender Einrichtungen, aber auch von Standorten und Gebäuden identifiziert
    werden.
  5. Die in Aussicht gestellten Fördermittel bieten die Möglichkeit, das städtische Kulturleben
    zeitentsprechend weiterzuentwickeln. Für eine reine Sanierung bzw. Erneuerung
    bestehender Einrichtungen werden diese Mittel nicht zur Verfügung stehen.
  6. Eine Ein-Standort-Lösung könnte kulturpolitische und betriebswirtschaftliche Vorteile
    bieten. Zudem wären Fördermittel leichter zu rechtfertigen für ein Projekt, das in seinem
    Anspruch durch ein kultursparten-integratives Profil und eine innovative bauliche
    Ausführung deutlich über die bestehenden Einrichtungen hinausreicht.
  7. Jenseits der Investitionskosten muss das Gesamtprojekt für die Stadt Herford in Hinblick auf
    die entstehenden Folgekosten tragfähig sein. In die finanzpolitische Gesamtbewertung sind
    auch andere (nicht-kulturpolitische) Finanzierungsbedarfe einzubeziehen.
  8. Die Realisierungschancen dieses Projektes werden über einen überörtlich-regionalen
    Anspruch gesteigert. Dieser könnte sich in der Mitträgerschaft des Kreises Herford
    widerspiegeln. Regionale Konkurrenzsituationen sind zu vermeiden.
  9. Die Ergebnisse des Prüfauftrages des Rates, das Projekt am bestehenden Theater-Standort
    zu realisieren, sind zeitnah und umfassend öffentlich zu kommunizieren. Sollte sich eine
    Realisierung an diesem Standort als nicht zielführend erweisen, sind andere Standorte (u.a.
    Güterbahnhof, Bildungscampus) ins Auge zu fassen.
    10.Letztlich setzt die Realisierung dieses Projektes ein unter kulturpolitischen, städtebaulichen
    und wirtschaftlichen Aspekten überzeugendes Gesamtkonzept voraus. Erst auf einer solchen
    Grundlage kann eine wirklich verantwortliche und in der Stadtgesellschaft getragene
    Entscheidung getroffen werden.

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