GRÜNE zum HerfordPlan: Innenstadt attraktiv gestalten und digital modernisieren, alternative Nutzungen und innerstädtisches Wohnen ermöglichen/“Ankauf von Immobilien ist denkbar“

Stadt Herford. Der Rat der Stadt Herford hat in seiner letzten Sitzung die Aufstellung eines HerfordPlans beschlossen. Hierzu erklären die grünen Ratsmitglieder Claudia Schumacher und Claudio Vendramin:

Bündnis90/DIE GRÜNEN begrüßen die Erarbeitung des HerfordPlans, mit dem eine Revitalisierung der Stadt nach der CORONA-Pandemie, aber auch eine Behebung struktureller Missstände insbesondere in der Innenstadt angestrebt wird.

Dieser Plan sollte in einem transparenten Verfahren aufgestellt werden: Alle Einwohner*innen, Gruppen und Organisationen müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen und Vorschläge einzubringen. Die Inhalte des Plans sind auf der Website der Stadt übersichtlich darzustellen und dem Stadtrat alsbald zur Diskussion und Beschlussfassung vorzulegen.

Für den HerfordPlan sehen wir die folgenden Schwerpunkte:

  • Leerstände verringern und interessante alternative Nutzungsmöglichkeiten schaffen – z.B. durch PopUp-Stores[1], Co-Working-Spaces[2] oder Innovation Labs[3] in nicht genutzten Ladenlokalen sowie aktive Begleitung/Unterstützung bei einer Wiedervermietung.
  • Innenstadt attraktiv gestalten – z.B. durch stärkere Begrünung der Innenstadt auf Dächern, berankte Fassaden, Pflanzkübel, Baumpflanzungen und Nutzung von Freiflächen für Mini-Grünanlagen im Interesse eines besseren Stadtklimas; durch ein Graffitiprojekt zur Gestaltung von Gebäuderückseiten und Garagen; oder durch offene Treffpunkte in der Innenstadt für Jugendliche (Radewig/Gänsemarkt).
  • Digital modernisieren – z.B. durch einen Ausbau kostenfreien WLANs, einen gemeinsamen Online-Shop für Herforder Händler*innen oder einen digitalen Veranstaltungskalender mit umfassender Verkehrsapp.
  • Innerstädtisches Wohnen mit kurzen Wegen ermöglichen – durch Umnutzung von Gewerbe- oder Bürogebäude in bezahlbaren und möglichst barrierefreien Wohnraum über Landes- und städtische Fördermittel, die Schaffung einer Mietstation u.a. für Lastenräder sowie die Ausweisung einer Fahrradzone im Innenstadtkern.

Mit diesen und anderen Maßnahmen wollen wir Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe und Immobilieneigentümer*innen im Innenstadtbereich mit dem Ziel unterstützen, einen gelingenden Neustart nach dem Ende der CORONA-Pandemie zu unterstützen und zudem auch langfristig-strukturell Wohn- und Lebensqualität abzusichern.

In diesem Zusammenhang schließen wir auch einen Ankauf bzw. eine Entwicklung innerstädtischer Immobilien durch die Stadt bzw. die städtische Entwicklungsgesellschaft SEH nicht aus, sofern dies der Realisierung der Ziele des HerfordPlans dient.

[1] Innenstadt-Läden werden für kurze Zeit (ca. 3-6 Monate) für geringe Miete zur Verfügung gestellt, so dass Ladenbesitzer/-planer ihr Konzept ausprobieren können (Pop-Up-Stores). Auf einer zentralen und großen Verkaufsfläche könnten diese Ladenbesitzer anschließend eine kleinere Fläche anmieten.

[2] Platz für zunehmende Zu-Hause-Arbeit und Selbständigkeit. Evtl. Begleitung durch Fachseminare um Existenzgründung/Netzwerken/PR, aber ggf. auch mit Hausaufgaben- und Kinderbetreuung als Unterstützung für freiberufliche/selbständige Alleinerziehende.

[3] Innovation Lab als Ausstellungs- und Erprobungsfläche für neuartige Produkte aus dem Kreis Herford mit Möglichkeit der Kundenbefragung (Modell Nürnberg, https://josephs-innovation.de/wp/). Kombiniert evtl. als technisches Bürgerzentrum mit Reparaturcafé inkl. 3D-Drucker und Integration von Auszubildenden ohne betriebliche Anbindung.

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